Patientenverfügungen Bielefeld

post date5. September 2017  •   post categoriesAllgemein

Willkommen auf meinen neueingerichteten Blog. Als Eingangsthema möchte ich Sie genauer über das schwierige und derzeit wieder aktuelle Thema Patientenverfügungen informieren.

Mit einer Patientenverfügung kann ein erwachsener Mensch im Voraus festlegen, wie er medizinisch behandelt werden möchte, wenn er selbst nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen zu äußern. Seit dem Jahr 2009 ist die Patientenverfügung endlich auch in grundlegenden Zügen im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Mit seiner Entscheidung vom 6. Juli 2016 hat der Bundesgerichtshof die Anforderungen an eine Patientenverfügung jedoch nochmals konkretisiert. Die in vielen Patientenverfügungen verwendete allgemeine Formel „keine lebenserhaltenden Maßnahmen“ zu wollen, genügt nun so pauschal nicht mehr.

Worauf Sie bei einer Patientenverfügung achten müssen:

Es empfiehlt sich nach dieser Änderung die eigne Patientenverfügung zu überprüfen oder von einem Spezialisten überprüfen zu lassen. Dabei sollten Sie auf einige Punkte achten:

  • Zunächst einmal sollten mehrere, beispielhafte Situationen beschrieben werden, in welcher die Patientenverfügung greifen soll. Sodann sollten Sie Ihre persönlichen Motivationsgründe für die Patientenverfügung mit aufführen, damit der Leser (Vorsorgebevollmächtigter oder Arzt) einen Eindruck hat, wie Sie zum Thema lebenserhaltende Maßnahmen im Allgemeinen stehen.
  • Zusätzlich sollten, jeweils auf die verschiedenen Situationen bezogen, die lebenserhaltenen Maßnahmen beschrieben werden, welche unterlassen oder gerade durchgeführt werden sollen: Soll künstlich ernährt werden? Soll nach einem Herzstillstand wiederbelebt werden? Sollen starke Schmerzmedikamente verabreicht werden können? Soll künstlich beatmet werden?
  • Sie sollten sich außerdem überlegen, ob Ihre Organe im Falle Ihres Todes gespendet werden sollen und somit anderen zu Gute kommen.
  • Darüber hinaus sollte Ihre Patientenverfügung in regelmäßigen Abständen kontrolliert und bestätigt werden, um deutlich zu machen, dass es sich immer noch um Ihren aktuellen Willen handelt.
  • Wichtig ist zusätzlich zu einer Patientenverfügung eine (schriftliche) Vorsorgevollmacht zu errichten, da Sie nur auf diese Weise Ihren Vertreter wählen und mit den notwendigen Kompetenzen ausstatten können, der Ihre Willen gegenüber Ärzten und Pflegepersonal durchsetzen kann. Denn auch der Ehepartner ist nicht automatisch ermächtigt, in Ihrem Namen über lebenserhaltende Maßnahmen zu entscheiden. Auch dieser muss mittels Vorsorgevollmacht (schriftlich) ermächtigt werden.

Diese Punkte sollten Sie auf jeden Fall bei Ihrer Patientenverfügung berücksichtigen. Es können aber noch weitere Punkte hinzukommen, die sinnvollerweise in eine Patientenverfügung mit aufgenommen werden sollten.

Bei weiteren Fragen können Sie mich gerne in meiner Kanzlei in Bielefeld kontaktieren.